200. Marathon in Kapstadt am 24.05.2026 – Erlebte Gedanken zum Laufen
von Günter A. Petri

Bei meinem 1. Marathonlauf habe ich erstaunt festgestellt, wie wunderbar Wasser schmecken kann.

Meinen 1. Ultralauf über 50 Kilometer in der Wuhlheide/Berlin – benannt mit „Die Sendung mit der Maus“ - fand ich ganz schön anstrengend.

Nach dem 1. Hundert Meilen Lauf um das ehemalige West-Berlin war ich am Ende ziemlich happy und müde.

Beim Erreichen des Ziels 100 Marathons/Ultras gefinished zu haben – dies im Mai 2022 beim Goitzsche Marathon, der um ein großes Wasser-Naturschutzgebiet bei Bitterfeld herum führt - hatte ich ein supergutes Gefühl.

Ja, und nach dem Eintritt in den 100 Marathon-Club Deutschland, sah ich staunend was es so alles gibt in der Welt des Laufens. Einige Mitglieder sind schon über 1000 Marathons gelaufen und bei Zweien ist die erste Ziffer der vierstelligen Zahl sogar eine 2 bzw. 3.

Nun so etwas gibt es. Und es gibt nicht Wenige, die mehr als einen Marathon im Jahr laufen. Vielfältigste Statistiken spiegeln nicht nur die Regeln und Anzahl der Ultramarathons und Marathons als solche, sondern auch beispielsweise die Zeit. Immerhin, 3 Menschen sind schon die 42195 Meter in weniger als 2 Stunden gelaufen. Ferner, wie viele Läufe im Jahr gelaufen, wie viele Länder …

Bei Letzterem kann auch wieder unterschieden werden, z.B. Anzahl in den verschiedenen Ländern nach UN-Status (N=193+) oder auch ISO-Norm 3166 (N=249). Ich selbst habe zwar schon alle UN-Länder bereist, bin aber nur in einigen davon Marathon gelaufen. Aber vielleicht gibt es jemanden der nachweislich die 193 bzw. 249 Länder schon einschlägig laufend erkundet hat? Jedenfalls ist es so, dass Reisen den Horizont erweitert und manches danach relativer erscheint.

Bei einem Lauf kann es kalt oder warm sein, es Regen, Schnee und Wind geben. Man kann bei Tag und Nacht, unter Tage und über Tage laufen, viel Natur und wenig Häuser sehen, sehr gute und weniger gute Luft dabei atmen oder eine Kombination davon erleben.
Die Bodenbeschaffenheit einer Strecke kann unterschiedlich sein und Straße, Kies, Sand, Wurzelweg, Löcher, Matsch oder Staub umfassen. Es kann rauf und runter, schnell oder langsam gehen. Radfahrer können die gleiche Strecke nutzen, oder auch seltener vorkommend, Autos und Tiere. Es gibt Punkt zu Punkt oder Teile von 42,195 km-Strecken, die dann mehrfach gelaufen bzw. gegangen werden.

Mehr oder weniger wichtig fürs Laufen sind die richtigen Schuhe, Socken, Kleidung, Rucksäcke, Laufgürtel, Beleuchtungsgeber bei Dunkelheit, Art und Menge flüssiger und fester Kalorienaufnahme, diverse Zutaten wie Gels, Salz, Magnesium, ausreichend Training und Schlaf sowie eine Sportuhr, die möglichst viel messen kann, und evtl. sogar ein Verein. Als eher langsamer Läufer/Geher bin ich bei Verletzungen bisher glimpflich davongekommen, d.h. Sportärzte und Physiotherapeuten wurden homöopathisch besucht.

Zu einer gigantischen Geldmaschine geworden sind die Abbott World Major Marathons. Dies sind 6 Städte-Marathons mit zwischen 20 und 60 tausend Teilnehmenden und vielen potenten Sponsoren. Die Six-Star-Serie wurde jüngst auf 9 Städte erhöht und umfasst damit Tokio, Boston, London, Berlin, Chicago, New York sowie neu Sydney und potenziell Kapstadt und Schanghai. Der läuferische Sammeltrieb lässt grüßen.

Mit dem Handy werden heute viele Laufgeschichten eingefangen, als Bild oder Video. Professionelle Fotos können von den Abgebildeten gegen eine kleine Gebühr bei größeren Läufen käuflich erworben werden. Der Bilderhunger wird jedenfalls wohlwollend gestillt. Die Laufszene hat auch eigene Social-Media-Kanäle. Für mich alles im grünen Bereich. Ansonsten gilt wie fast überall, die einen sagen so, die anderen sagen so.

Läuferinnen und Läufer sind manchmal für Nahestehende etwas anstrengend, aber in der Regel freundliche und unkomplizierte Menschen aus unterschiedlichen sozialen Schichten und Ländern – alt oder jung, groß oder klein. Sie strahlen oft viel Positives aus, können motivieren und sind meist offen für ein mehr oder weniger tiefgehendes Gespräch über nahezu jedes Thema.

Mein Fazit lautet:

Laufen verbindet, bereitet Freude, ist kostengünstig, gesund, schön und erstrebenswert.

Fast hätte ich es vergessen: Der Sanlam Cape Town Marathon war bei angenehmen Temperaturen von 14 bis 24 Grad Celsius und rund 20.000 Teilnehmenden ein gelungenes Event. Besonders beeindruckt haben mich das imposante DHL-Stadion, der Tafelberg, die malerische Küstenlandschaft und die begeisterten Zuschauer. Einige Läufer absolvierten sogar am Vortag den anspruchsvollen Trail Run, darunter Sascha D. vom 100MC. Den Marathon gewannen – wie so oft – die flinken „Gazellen“ aus Äthiopien und Kenia, ganz nach dem Motto: „Vorne laufen die Bleistifte, hinten die Radiergummis.“